Kunststofffenster im Test – das müssen Sie vor dem Kauf wissen

Kunststofffenster im Test – das müssen Sie vor dem Kauf wissen

Kunststofffenster gehören heute zu den beliebtesten Fensterarten in Deutschland. Sie gelten als preiswert, pflegeleicht und energieeffizient – doch worauf sollten Bauherren und Renovierer wirklich achten, bevor sie sich für Kunststofffenster entscheiden? Wir haben für Sie die wichtigsten Kriterien zusammengestellt, geben Ihnen Orientierung beim Kauf und zeigen in Tabellen und Vergleichen, wie sich Kunststofffenster im Alltag bewähren.

Warum Kunststofffenster so beliebt sind

Die Gründe für den Erfolg von Kunststofffenstern liegen auf der Hand: Sie sind deutlich günstiger als Holz- oder Aluminiumfenster, bieten gute Dämmeigenschaften und benötigen nur wenig Pflege. Doch das allein sollte nicht ausschlaggebend sein.

Vorteile auf einen Blick:

 

Vorteil Beschreibung
Preis-Leistungs-Verhältnis Kunststofffenster sind günstiger als andere Materialien
Energieeffizienz Hervorragende Dämmwerte möglich (bis Uw 0,73 W/m²K)
Pflegeleicht Kein Streichen nötig, einfache Reinigung
Langlebigkeit Lebensdauer bis zu 40 Jahren
Vielseitigkeit Große Auswahl an Farben und Formen

 

Wie schneiden Kunststofffenster im Test ab?

In verschiedenen unabhängigen Tests – etwa von der Stiftung Warentest oder vom Institut für Fenstertechnik (ift Rosenheim) – zeigen sich Kunststofffenster als echte Allrounder. Vor allem in der Kategorie Preis-Leistungs-Verhältnis erzielen sie regelmäßig Spitzenwerte. Doch nicht jedes Modell überzeugt gleichermaßen. Der Unterschied liegt im Detail: Verarbeitungsqualität, Materialzusammensetzung, Wärmeschutzverglasung und Zusatzfunktionen wie Sicherheitsbeschläge oder spezielle Beschichtungen machen den Unterschied.

Worauf Testinstitute besonders achten

Beim Test von Fenstern spielen mehrere Kriterien eine Rolle:

  • Wärmedämmung (U-Wert)
    Entscheidend für die Energieeffizienz. Je niedriger der Wert, desto besser. Hochwertige Kunststofffenster erreichen heute Werte bis zu 0,73 W/m²K – ideal für Passivhäuser.
  • Schallschutz
    Besonders in städtischen Gebieten wichtig. Kunststofffenster mit spezieller Schallschutzverglasung (bis Klasse 4) können den Lärm um bis zu 45 Dezibel reduzieren.
  • Einbruchhemmung
    Fenster sind oft Schwachstellen am Haus. Modelle mit Sicherheitsverglasung, Pilzkopfverriegelung und RC2-Beschlägen bieten hier deutlich besseren Schutz.
  • Luftdichtheit und Schlagregendichtheit
    Wie gut hält das Fenster Wind und Wetter stand? Gute Kunststofffenster bestehen hier auch bei extremen Wetterbedingungen und verhindern Zugluft oder Feuchtigkeitseintritt.
  • Bedienkomfort
    Fenster sollten sich leicht öffnen und schließen lassen. Hier zeigt sich die Qualität der verbauten Beschläge – ein Punkt, in dem günstige Modelle häufig Schwächen aufweisen.

Testergebnisse im Vergleich

Testkriterium Günstiges Modell (Baumarkt) Mittelklasse-Modell Premium-Modell
U-Wert (W/m²K)ca. 1,5 – 1,8ca. 1,1 – 1,3bis 0,73
Schallschutzklasse234
RC-SicherheitsklasseRC1RC2RC2 – RC3
Dichtheit (nach EN 12207)Klasse 2–3Klasse 3–4Klasse 4
Preis pro Fenster (100×120 cm)ca. 100 €ca. 180 – 220 €ab 300 €

Fazit aus Tests: Während günstige Modelle aus dem Baumarkt für wenig beanspruchte Räume wie Kellerräume oder Garagen ausreichen, lohnt sich für Wohnräume und vor allem für energieeffiziente Gebäude der Griff zu hochwertigeren Kunststofffenstern. Besonders positiv bewertet werden Fenster mit Markenprofilen (z. B. Schüco, VEKA oder Rehau), da sie neben besserer Dämmung auch eine höhere Lebensdauer bieten.

Was Hausbesitzer aus Tests lernen können

Ein Test allein ersetzt nicht die persönliche Beratung. Dennoch geben die Ergebnisse wichtige Anhaltspunkte. Besonders relevant für Verbraucher:

  • Fenster mit mindestens 5-Kammer-Profilen bieten bessere Dämmwerte als Modelle mit nur 3 Kammern.
  • Achten Sie auf Fenster mit CE-Kennzeichnung und Prüfzeugnissen (z. B. RAL-Gütezeichen).
  • Kombinieren Sie moderne Kunststofffenster immer mit fachgerechter Montage – sonst verpufft der energetische Nutzen.

Auch wenn Kunststofffenster in der Standardausführung bereits gute Testergebnisse erzielen, lässt sich mit gezielten Upgrades – wie Wärmeschutzverglasung, verdeckt liegenden Beschlägen oder Lüftungssystemen – die Performance weiter steigern.

Auf diese Qualitätsmerkmale sollten Sie achten

Nicht jedes Kunststofffenster ist gleich. Beim Kauf lohnt sich ein genauer Blick auf folgende Kriterien:

  • Anzahl der Kammern: Je mehr Kammern im Profil, desto besser die Wärmedämmung.
  • Verglasung: Dreifachverglasung bietet die besten Dämmwerte.
  • Dichtungssystem: Zwei oder drei umlaufende Dichtungen erhöhen den Schutz vor Wind und Lärm.
  • Beschläge: Hochwertige Beschläge sorgen für Sicherheit und lange Lebensdauer.
  • RC-Klasse: Gibt Auskunft über den Einbruchschutz (ab RC2 empfehlenswert).

Kunststofffenster und Einbruchschutz

Viele denken beim Fensterkauf zuerst an Energieeffizienz – dabei spielt auch die Sicherheit eine wichtige Rolle. Moderne Kunststofffenster können mit Pilzkopfverriegelungen, Sicherheitsverglasung und abschließbaren Griffen ausgestattet werden.

Einbruchschutzklassen im Überblick:

RC-KlasseWiderstand gegen EinbruchversuchEmpfohlen für
RC1Grundschutz bei GelegenheitstäternErdgeschoss mit Überwachung
RC2Schutz gegen einfache WerkzeugeWohnhäuser
RC3Schutz gegen schweres WerkzeugHöheres Sicherheitsniveau

Kunststofffenster und Design – passt das zu meinem Haus?

Längst vorbei sind die Zeiten, in denen Kunststofffenster nur in klassischem Weiß erhältlich waren. Dank moderner Folierungen und Dekore gibt es Kunststofffenster heute in Holzoptik, matten Farben oder sogar mit Metallic-Finish.

Tipp: Achten Sie auf farbechte Oberflächen wie „Acrylcolor“ oder „HDF-Folie“, die auch nach Jahren noch brillant aussehen.

Wie viel kosten gute Kunststofffenster?

Die Kosten variieren stark je nach Ausstattung, Größe und Verglasung. Hier ein Überblick:

Fenstergröße (BxH in cm)EinfachverglasungZweifachverglasungDreifachverglasung
100 x 100ab 80 €ab 120 €ab 180 €
120 x 140ab 100 €ab 160 €ab 230 €
150 x 200ab 140 €ab 220 €ab 300 €

Zusätzlich fallen Montagekosten an – im Schnitt zwischen 80 und 150 Euro pro Fenster.

Kunststofffenster und Energieeffizienz

Ein klarer Vorteil der Kunststofffenster: Sie sparen Heizkosten. Je nach Altzustand des Hauses können die Energiekosten um bis zu 20 % gesenkt werden. In Kombination mit einer Fassadendämmung sind sogar noch höhere Einsparungen möglich.

Diagramm: Heizkostenersparnis bei Fenstertausch

(Diagramm: Balkendiagramm mit Vergleich Altfenster vs. Kunststofffenster – Ersparnis in € pro Jahr)

Fördermöglichkeiten nutzen

Der Austausch alter Fenster gegen moderne Kunststofffenster kann nicht nur Heizkosten senken, sondern wird auch vom Staat finanziell unterstützt. Wer energetisch saniert, kann von verschiedenen Förderprogrammen profitieren – etwa über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) oder durch zinsgünstige Kredite der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau). Damit lassen sich erhebliche Kosten einsparen – doch viele Hauseigentümer nutzen dieses Potenzial nicht, weil sie die Bedingungen nicht kennen.

Welche Maßnahmen werden gefördert?

Förderfähig ist der Einbau von Fenstern mit hohem energetischem Standard. Die neuen Fenster müssen dabei bestimmte technische Mindestanforderungen erfüllen, zum Beispiel:

  • U-Wert des gesamten Fensters ≤ 0,95 W/m²K
  • Fachgerechter Einbau durch ein Fachunternehmen
  • Einhaltung aller geltenden technischen Anforderungen gemäß BEG-Richtlinien

Gefördert werden nicht nur die Fenster selbst, sondern auch:

  • Demontage und Entsorgung der alten Fenster
  • Planung und Fachplanung durch Energieeffizienz-Experten
  • Kosten für Einbau, Montage und Abdichtung

Förderprogramme im Überblick

Programm Art der Förderung Höhe der Förderung
BAFA BEG EinzelmaßnahmeZuschussBis zu 15 % (mit iSFP-Bonus bis 20 %)
KfW Kredit 261Kredit + TilgungszuschussBis zu 150.000 € je Wohneinheit
Steuerbonus (§35c EStG)Steuerliche Abschreibung über 3 Jahre20 % der Sanierungskosten (max. 40.000 €)

Tipp: Wer zusätzlich einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellt, kann sich einen iSFP-Bonus in Höhe von weiteren 5 % sichern – insgesamt also bis zu 20 % Zuschuss!

Was ist vor der Antragstellung zu beachten?

Ein häufiger Fehler: Der Förderantrag wird zu spät gestellt. Die Regel lautet: Erst Antrag, dann Auftrag.

So gehen Sie richtig vor:

  1. Energieberater (gelistet bei der DENA) beauftragen
  2. Maßnahmen planen und technischen Standard prüfen
  3. Förderantrag beim BAFA oder bei der KfW stellen
  4. Erst nach Bewilligung Auftrag an Fensterbauer vergeben
  5. Nach Umsetzung: Nachweise und Rechnungen einreichen

Rechenbeispiel: So viel Förderung ist möglich

Ein Einfamilienhaus soll 10 alte Fenster durch moderne Kunststofffenster mit Dreifachverglasung ersetzen. Die Gesamtkosten (inkl. Montage und Entsorgung) liegen bei etwa 12.000 € .

  • BEG-Zuschuss ohne iSFP: 1.800 € (15 %)
  • BEG-Zuschuss mit iSFP: 2.400 € (20 %)

Zusätzlich können Eigentümer bei einer steuerlichen Förderung bis zu 4.000 € über drei Jahre absetzen – eine lohnenswerte Alternative für alle, die keine Zuschüsse beantragen.

Fördermittel clever kombinieren

Zwar dürfen bestimmte Programme nicht miteinander kombiniert werden (z. B. Steuerbonus und BAFA-Zuschuss), doch die Kombination mit landesweiten Förderprogrammen oder Zuschüssen der Kommunen ist oft möglich. Auch einige Energieversorger belohnen die energetische Sanierung mit Prämien oder Rabatten.

Informieren Sie sich daher unbedingt regional – oft verstecken sich in lokalen Klimaschutzprogrammen lukrative Zusatzförderungen für Fenster, Dämmung oder Heiztechnik.

 Fazit: Kunststofffenster sind Alleskönner mit starkem Preis-Leistungs-Verhältnis

Wer Wert auf Energieeffizienz, Sicherheit und Pflegeleichtigkeit legt, ist mit modernen Kunststofffenstern bestens beraten. Besonders im Neubau und bei energetischen Sanierungen stellen sie eine wirtschaftliche und langlebige Lösung dar. Wer dabei auf Qualität achtet, spart nicht nur beim Kauf, sondern auch langfristig bei Heizkosten und Wartung.