Dienstag, 12. April, 2011
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Wutbürger oder Mutbürger?

Wutbürger oder Mutbürger?

Wutbürger oder Mutbürger?

Dass die Deutschen schon immer reichlich am meckern und nörgeln waren ist kein Geheimnis. Das durch die Medien hervorgebrachte Wort “Wutbürger” schaffte es dann schließlich 2010 zum Wort des Jahres. Es stellt sich jedoch die Frage, ob die Entwicklung vom Meckerbürger zum wütenden Demonstranten grechtfertigt oder überzogen ist. Spätestens seit der Aufklärung wissen wir, oder sollten wir zumindest wissen, dass nicht alles teilnahmslos hingenommen werden muss und darf was dem Volk vorgegaukelt wird. Der Trend vieles, ja wenn nicht sogar alles abzulehnen, was Politiker bestimmen und entscheiden nimmt jedoch in der letzten Zeit in Deutschland stark zu und man kann es dem Bürgertum nur teilweise verübeln.

 

Wo ist das Vertrauen geblieben?

Eine Regierung, welche einen politischen Zick Zack Kurs fährt ist nicht vertrauenswürdig. Eine Kanzlerin, die kurz vor den Landtagswahlen eine 180° Wende in ihren Aussagen zur Atompolitik hinlegt, kommt nicht glaubwürdig rüber.Ein adliger Verteidigunsminister, der seine Doktorarbeit abpinselt ist logischerweise eher weniger gefragt. Ein SPD Mitglied, welches lautstark die Einwanderungs- und Integrationspolitik der Regierung kritisiert findet bei den einen scheinbar zu viel Zuspruch und bei den anderen wird starker Hass ausgelöst. Und einen Tiefbahnhof zu bauen ohne das Volk vorher zu fragen wird sowieso nicht toleriert.

Überzogen oder mutig?

Dass das Volk seine Stimme erhebt und erheben darf, ist bekanntermaßen Teil unserer Demokratie. Dies kann es durch Wahlen, Plebiszite oder auch Demonstrationen tun. Viele Deutsche bedenken aber nicht, dass die “schlechten” Verhältnisse in keiner Relation zu den Aussagen, den Protesten und dem Verhalten vieler Bürger stehn. Auch wenn Politiker wie Mappus wegen ihrer Art zu regieren wenig Anhänger fanden und auch wenn widersprüchlich argumentiert wird in Regierung und Opposition, sollte man nicht vergessen, dass gerade aufgrund unserer Regierung und unserer Regierungsform, der Demokratie, solche sogenannten Rechte wie Demonstrationen und Kritik möglich sind. Hätten die Menschen in den arabischen Ländern unsere Probleme, wären es keine für sie. In Deutschland “kämpft” man gegen Bahnprojekte und die Atomenergie, in Libyen gegen Diktatur, für Freiheit und Rechtsstaatlichkeit.

 

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